967301 Layna 1

Es hätte von mir aus immer so weiter gehen können. Ich weiss nicht, wie ich es beschreiben soll, ohne es blöd klingen zu lassen, aber es stimmte einfach alles. Wir verstanden uns menschlich und auch musikalisch zu 100%. Was der eine an Schwächen hatte, hatte der andere dafür als Stärken. Das heisst, Bernd-Martin und mich verbanden natürlich auch unsere gemeinsamen Schwächen. Essen und gute Filme zum Beispiel. Na ja "gut" natürlich nicht im Sinne von "Jenseits von Afrika" sondern eher "gut" im Sinne von "Lethal Weapon oder Terminator" (sie wissen schon....) Wir konnten auch beides gleichzeitig in absoluter Perfektion. Auf jeden Fall war es für uns immer eine Form der Entspannung. Wenn es damals schon DVD Player in den Autos gegeben hätte, wäre uns jeder "Drive in" zum Verhängnis geworden und wir wären nie an den Veranstaltungsorten angekommen. An der Stelle kommt nun Thea ins Spiel, die immer dafür sorgte, dass wir nicht hoffnugslos versackten und meisten pünklich ankamen. Nur für Fussball konnte ich mich persönlich nie begeistern. Bernd-Martin war dagegen Schalke Fan durch und durch. Neben BM kannte ich bis dahin nur einen, der Ähnlich wahnsinnig auf Fussball war: Hans-Werner Scharnowski! (Auch Schalke)

Ich weiss noch, wie wir damals aus "Joyful Melody" die "Thea Eichholz Band" gründeten und erst mit den Ãœberlegungen zur ersten CD das Trio "Layna" aus der Wiege hoben. Mit diesem ersten Album, dass wir Übrigens mit eben diesem Hans Werner Scharnowski in diesem seinen Hit`n Run Studio aufnahmen, begann die Zeit der unvergesslichen Begegnungen und Konzerte quer durch Deutschland. Ich glaube, es war diese unbefangende, bm8ehrliche und überzeugende Art, mit der wir die Musik machten, was dieses Projekt so erfolgreich machte. Wir taten erst gar nicht so, als hätten wir die Antwort auf alle Fragen dieser Welt bereits gefunden. Unser Konsenz war immer, dass wir auch als bekennende Christen Kämpfe durchzustehen haben und unsere Schwächen auch eingestehen dürfen. Am Ende steht immer Gott in dessen Hände du dich fallen lassen kannst. Wir konnten von diesen Schwächen und der Suche nach dem Sinn sehr gut erzählen, weil wir absolut Überzeugt davon waren. Auch da ergänzten wir uns mit unserem unterschiedlichen Background ebenfalls hervorragend. Niemals hätte ich damals damit gerechnet, dass Gott uns alle mit der Krankheit und dem Tod von Bernd-Martin so sehr herausfordert, aber selbst in dieser absolut schweren aber dennoch prägenden Zeit, konnten wir hautnah spüren und erleben, dass Gott in jeder Minute mit uns geht und sich alles bewahrheitet, was wir jahrelang immer wieder gesungen und erzählt hatten.bm1

Damit waren wir immer ein Teil des grossen Ganzen, mit allen Höhen und Tiefen und wollten auch nie etwas anderes sein. Auch werde ich die vielen Zuschriften von Menschen nie vergessen, die sich für die Songs und Aussagen in ihren oft aussichtslosen Situationen bedankten und es beschämt mich heute, wenn ich darüber nachdenke, wie klein und wackelig mein Glaube doch immer wieder ist und wie sehr wir uns doch an unser kleines Leben gewöhnt haben. Die wahren Helden tauchen meisten nie auf der Bildfläche auf und kämpfen im Stillen mit ihren Leiden, Ängsten und Nöten. Das Musik und Lieder andere Menschen wirklich durchtragen können, selbst in ihren dunkelsten Tagen, ist ein Grund dafür, warum ich heute Musik ganz anders empfinde als früher und in der eigenen Gemeinde viel mehr Musik mache als zu jeder anderen Zeit. Musik ist der Schlüssel zu unserer Seele und wir sollten lernen, diesen Schlüssel für uns zu entdecken und ihn auch zu gebrauchen.....

Natürlich darf man die lieben Leute nicht vergessen, mit denen wir in dieser Zeit unterwegs waren. Stefan Baumann (Git.), Peter Schneider (Git), Thomas Zint (Technik).... Sie alle waren ein Teil von Layna und sorgten mit ihren unglaublichen Begabungen dafür, dass wir ein rundes Ganzes darstellen konnten. Was soll ich noch sagen. Layna wird es nie wieder geben und damit ist ein schönes Kapitel meines/unseres Lebens Geschichte. Was bleibt, sind Bilder, eMails, Erinnerungen und natürlich unsere Songs, die vielleicht noch vielen Menschen eine Stütze sein können. Thea ist für mich die Heldin der Zeit nach Layna geworden. Sie hat wirklich in den letzten Jahren mehr als nur ihre "Frau" gestanden und wenn es einen Orden gäbe, der das alles zusammen fassen könnte, was ich an Ehrfurcht empfinde, würde ich ihn ihr sofort verleihen. Nein, sogar schenken..... Aber so einen Orden gibt es leider nicht und so kann ich es hier leider nur schreiben. Ihr könnt Thea auf ihrer eigenen Homepage besuchen und mehr über sie und ihre Verarbeitung des Lebens erfahren. Thea lebt mittlerweile mit ihrer grossen Familie und einem liebenswerten Mann an ihrer Seite in Mannheim und Bernd-Martin liegt nicht weit von hier auf dem kleinen Friedhof in Wiedenest. Dort besuche ich ihn hier und da und geniesse die Ruhe. Müller, ich freu mich einfach auf ein Wiedersehen beim Chef.... (Gewöhn mein Herz an die Ewigkeit)

Bis dahin........